Das Weltbild hinter den Corona-Maßnahmen

Ich bin kein Befürworter der aktuellen Corona-Maßnahmen. – Und dazu muss ich nicht einmal von Verschwörungen ausgehen!
Denn ich halte die Maßnahmen allein deswegen für falsch, weil sie für mein Verständnis absolut widernatürlich sind.
Das möchte ich kurz erklären:

In der Naturwissenschaft setzt sich seit einigen Jahren mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Natur kein großangelegter Konkurrenzkampf (also kein Schauplatz für das Überleben des Stärkeren) ist, sondern ein mutualistisch-facilitatives Netzwerk, das auf gegenseitiger Unterstützung und Kooperation gründet. (In der Öffentlichkeit bekannt wurde das v.a. durch die Bücher von Peter Wohlleben und Erwin Thoma.) Der Schlüssel zu dieser Erkenntnis lag insbesondere in den Mikroorganismen im Boden, die hierbei als Symbiosepartner für die Pflanzen eine bedeutende Rolle spielen.

Dass Mikroorganismen auch für den Menschen lebenswichtige Symbiosepartner sind, hat sich vor allem in der Mikrobiomforschung gezeigt. So findet derzeit auch in der Mikrobiologie ein Paradigmenwechsel statt (wie z.B. die Bücher von Dr. Anne Katharina Zschocke aufzeigen):
Während Robert Koch (der Begründer der Mikrobiologie) vor über 100 Jahren (!) die Ansicht vertrat, dass Mikroben “Feinde der Menschheit” seien, weiß man heute, dass Mensch und Mikrobe ein untrennbares Team bilden. Dieses Wissen scheint aber bedauerlicherweise noch nicht bei der Bundesregierung und ihren handverlesenen Beratern angekommen zu sein. Dort herrscht offenbar noch das althergebrachte militärische Konzept von Angriff und Verteidigung aus der Kaiserzeit vor: Gegen einen vermeintlichen Feind (“Killervirus”) werden Schutzwälle aufgebaut (Mundschutz und Social Distancing) und Massenvernichtungswaffen (Desinfektionsmittel) eingesetzt… (Dass nebenbei auch noch Grundgesetze ausgehebelt werden, die dem Kaiser sicher auch lästig gewesen wären, sei hier nur eine augenzwinkernde Anspielung…)

Der überall plakatierte Slogan “Gemeinsam gegen Corona” sollte aus meiner Sicht “Gemeinsam mit Corona” heißen; denn ein funktionierendes Immunsystem (=ein eng geknüpftes Netzwerk aus Körperzellen und Mikroorganismen) kann jederzeit auf äußere Eindringlinge angemessen reagieren, indem es sie – je nach Bedarf – integriert, vertilgt oder deaktiviert. Ein intaktes Ökosystem ist resilient. Auch gegenüber der genetischen Information eines Virus. Die Frage, die uns alle bewegen sollte, hieße: Wie können wir das Immunsystem – besonders älterer Menschen – stärken? Stattdessen rufen wir zu einem Kampf gegen die Natur (auch gegen unsere innere Natur) auf – zu einem Kampf, den wir langfristig zu 100 % verlieren werden…

3 Gedanken zu „Das Weltbild hinter den Corona-Maßnahmen“

  1. Danke Claas, wir Menschen beherbergen tausende Mikroorganismen, ohne diese wären wir lebensunfähig. Das ist eigentlich ein ziemlich alter Hut. Und ebenso gilt das für Viren. Die Viren in der Umwelt haben entsprechend ihrer Verbreitungsweise freien Zugang zu unserem Körper. Dieser unser Körper baute und baut beständig mit Hilfe der Viren an seinem Immunsystem. Dies ist ein Anpassungssystem. Auch das ist ein sehr alter Hut.
    Deine Annahme, das sich etwas derart Altbekanntes bis zur Regierung nicht herum gesprochen haben könnte, muss ja wohl blanke Ironie sein. Diese Regierung und das RKI sollen das Land führen und haben angeblich keine Ahnung?
    Ich meine, die Zeit der leisen Ironie ist sehr deutlich vorbei! Die Schäden durch die Coronamaßnahmen sind unvorstellbar riesig und die Regierung arbeitet mit Täuschung und Tricks gegen jede ausgewogene Darstellung und auch nur ansatzweise basisdemokratische Bewegung. Das ist eine Diktatur. Und heute, am 1811.2020 soll das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen werden. Wer dies Gesetz liest, der findet ein Ermächtigungsgesetz. Siehe deutsche Geschichte.

    1. Lieber Hans-Peter,
      Naturvölker und naturverbundene Menschen waren sich natürlich schon immer bewusst, dass Mensch und Natur eine symbiotische Einheit bilden. Die Mikrobiomforschung begann aber tatsächlich erst 2007 mit dem Human Microbiome Project, so dass diese Erkenntnisse zumindest auf wissenschaftlicher Ebene ziemlich neu sind.
      Ich gehe durchaus davon aus, dass die Personen, die die derzeitige Regierung bilden, keine Ahnung davon haben – und auch nicht haben wollen, weil sie in einem komplett anderen Weltbild leben (wie beschrieben).
      Der springende Punkt ist ja der: Eine Diktatur kann nur so stark sein wie die Menschen, die ihrer Ideologie folgen. Sobald Menschen also aufwachen und dieses neue (und doch sehr alte) Weltbild (der Kooperation und des Miteinanders) annehmen, haben sie keine Angst mehr vor einem Virus oder einer Krankheit. Und wenn die Angst fort ist, gibt es keine Grundlage mehr für irgendein lebensfeindliches Regime…

      1. Lieber Claas, erst 2007, so schreibst du, ist die Wissenschaft mit dem Human Microbiome Project der symbiotischen Einheit von Mensch und Natur näher gekommen. Das war mir neu. Da sind einige Theologen an der Universität in Rostock, wo ich diese Idee 1982 gelehrt bekam, und vor ihnen sehr viele andere Menschen und Kulturen wesentlich schneller gewesen. Das ist schon erstaunlich, und wir haben guten Grund der Wissenschaft mit gesundem Misstrauen zu begegnen.
        Bildung ist ein immer wichtiger werdender Teil unserer Gesellschaft auf den wir unseren Fokus lenken sollten. Vielleicht sollte dies ein Schwerpunkt der Arbeit in unserem Netzwerk sein.

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